Der Flächenverbrauch beschreibt die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf Kosten natürlicher, naturnaher oder landwirtschaftlich genutzter Flächen. Etwa 17.538 Quadratkilometer und damit fast 5% der Gesamtfläche der Bundesrepublik verbraucht derzeit allein das Verkehrsnetz in Deutschland. Darunter fallen neben den Straßen einschließlich Randstreifen auch Wirtschaftswege, Parkplätze sowie Rad- und Fußwege. Die Summe aus Siedlungs- und Verkehrsflächen umfasst mit ca. 46.050 Quadratkilometer etwa ein Achtel der Gesamtfläche unseres Landes. Wichtige Funktionen der Landschaft und ökologisch wertvolle Flächen, auf denen viele verschiedene Pflanzen und Tiere leben, gehen verloren. Über den unmittelbaren Flächenverbrauch hinaus wird die Nutzung größerer Flächen durch Verkehrswirkungen wie Lärm oder Schadstoffbelastungen indirekt eingeschränkt, weil diese Flächen beispielsweise nicht mehr für Wohn- oder Erholungszwecke verwendet werden können.
Zunehmender Flächenverbrauch bei der Siedlungsentwicklung, z.B. durch Zersiedlung, beeinflusst aber auch die Struktur des Raumes: Wichtige Zielpunkte (Einkaufsmöglichkeiten, Freizeiteinrichtungen, Wohnorte von Freunden usw.) rücken auseinander und die Wege zu diesen Zielpunkten
werden länger. Dadurch steigt zumeist der Aufwand, der betrieben werden muss, um diese Zielpunkte zu erreichen.
Aus den Ergebnissen der Flächenerhebung 2005 geht hervor, dass die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland in den Jahren 2002 bis 2005 insgesamt um 1 670 km² oder 114 ha/Tag zugenommen hat. Gegenüber dem Vierjahresdurchschnittswert von 2001 bis 2004 von 115 ha/Tag hat sich die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen damit geringfügig verlangsamt. Ziel der Bundesregierung ist es, die tägliche Inanspruchnahme neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf 30 ha/Tag zu reduzieren.