Bei externen Kosten handelt es sich um Kosten, die nicht vom Nutznießer bzw. Verursacher einer Tätigkeit getragen werden, sondern bei unbeteiligten Dritten anfallen. Externe Kosten verursachen z.B. die Benutzer einer Straße bei den Anwohnern dieser Straße, die mit Lärm, Luftschadstoffen etc. belastet werden, aber keinerlei Nutzen aus der Tätigkeit der Vorbeifahrenden ziehen können. Solche Verlagerungen von Kosten auf Dritte - sogenannte Externalisierungen - können nicht nur andere Menschen, wie die Anwohner der Straße, sondern auch andere Zeiten oder ganz andere Orte betreffen.
"Externe Kosten" entstehen, weil für bestimmte Güter, wie z.B. "saubere Luft" oder "Ruhe", keine Eigentumsrechte und damit keine Handelsmärkte und keine Preise existieren. Was allen gehört und dem Einzelnen praktisch keine privaten Kosten verursacht, das wird verstärkt nachgefragt. Vom Standpunkt der Allgemeinheit wird dadurch mehr von diesen Gütern verbraucht als gut wäre. Den Schaden aus dem Verbrauch der Güter müssen andere hinnehmen.
Die Berechnung von externen Kosten ist sehr schwierig. Was ist jedem Menschen "saubere Luft" wert? Was kostet ein Menschenleben? Was bedeutet das Aussterben einer Tierart? Und wie lautet die Antwort der in 200 Jahren lebenden Menschen auf diese Fragen? Antworten auf derartige Fragen sind problematisch und zumeist subjektiv. Wissenschaftler greifen bei ihrer Beantwortung auf unterschiedliche Monetarisierungsverfahren zurück.
Die externen Kosten des Straßenverkehrs setzen sich u.a. aus den von der Allgemeinheit zu leistenden Kosten für Unfälle, Lärm, Klimawirkungen, Luftschadstoffe und Flächenverbrauch zusammen. Wissenschaftliche Studien beschränken sich dabei in der Regel auf diese relativ gut monetarisierbaren und eindeutig nachweisbaren Effekte und zeigen somit meist nur eine Untergrenze für die externen Kosten auf. Für diese Untergrenze der externen Kosten, die jeder Mensch in Deutschland unfreiwillig "zahlt", werden derzeit Werte von 2000 EUR/Jahr und mehr ermittelt. Die externen Kosten in ihrer Gesamtheit sind deutlich höher als ihre heute bekannten Untergrenzen, wie hoch sie wirklich sind, ist heute Spekulation.
Um für die Allgemeinheit einen möglichst hohen Nutzen zu erzielen, müssen externe Kosten internalisiert, d.h. dem wirklichen Verursacher angelastet werden. Wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann wird nur so viel "saubere Luft", "Ruhe" oder Ähnliches verbraucht wie wirklich nötig ist.