Kurze Beschreibung des Hamburger Busverkehrs, der neuen Technologien im Einsatz und verschiedenen Bustypen. Um den Busverkehr in Hamburg kümmern sich mehrere Unternehmen im HVV die für unterschiedliche Bereiche zuständig sind.
Im Grunde genommen hat sich in den letzten Jahren nicht sehr viel verändert im Hamburger Busverkehr. Neue Busmodelle und Typen wurden entwickelt, mehr eingesetzt und lösesten die "Alten Omnibusse" ab. Auch wurde das Fahrplannetzwerk immer mehr ausgeweitet, mit der Vergrößerung des HVV-Gebietes kann man nun auch im Umland mit "HVV-Bussen" zum HVV-Tarif fahren.
In Hamburg sind viele Unternehmen für den Busverkehr in bestimmten Regionen verantwortlich. Zum Beispiel HHA (Hamburger Hochbahn), VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG) und PVG (Pinneberger Verkehrsgesellschaft mbh), KVG... Mehrere Kreisgesellschaften kümmern sich um den Verkehr im eigenen Stadtbereich und um die Verbindung zu Hamburg-Stadt. Und auch im Bereich Bus setzt man sich für umweltbewusste Mobilität ein.
Wasserstoffbusse:
Seit 2003 werden von der Hochbahn Brennstoffzellenbusse erfolgreich eingesetz, um Erfahrungen mit Brennstoffzellen und der Wasserstoff-Versorgung zu sammeln. Im Busbetreibshof Hummelsbüttel der Hochbahn sind die Busse stationiert, werden gewartet, repariert und betankt. Derzeit sind 6 Brennstoffzellenbusse der Hochbhan im Einsatz und fahren im Hamburger Linienverkehr. Die Busse unterschiedet beim ersten hinsehen nur das höhere Dach, im dem der größte Teil der speziellen Aggregate für den Brennstoffzellenantreib untergebracht ist. Doch wesentlich ist, dass der geräusch- und vibrationsarme Elektromotor mit 200kW Leistung viel leiser und ruckfrei als ein Diesel betriebener Bus fährt.
So funktionierts:
1.920 einzelne Brennstoffzellen wandeln den Wasserstoff in elektrische Energie um, die dann für den Elektomotor genutzt werden kann. Neun Druckgasbehälter mit einem Speichervolumen von 1.845 Litern speichern bei einem Druck von 350 bar ca. 40kg Wasserstoff. Eine Tankfüllung reicht für 250km was ungefähr einer Tagestour eines Busses im Hamburger Stadtgebiet entspricht. Der Brennstoffzellenbus kann eine Höchstgeschindigkeit von 80km/h erreichen, was im Stadtbetreib vollkommen ausreicht. Somit ist der Brennstoffzellenbus wesentlich umweltschonender als Busse mit anderen Treibstoffen. In Hamburg fahren die Wasserstoffbusse auf den Linien 6, 114, 24/174, 176/178/493/193 und 276/176/276.
Riesenbusse:
10 Doppelgelenkbusser der Hamburger Hochbahn gehen vom Betriebshof Langenfelde aus auf große Tour. 185 Fahrgäste kann dieser neue Bustyp mit einer Gesamtlänge von 25m mitnehmen. Das Fahrpersonal muss eine intensive Schulung durchlaufen um den Riesen dann sicher durch die Stadt steuern zu dürfen. Die größere Erfassung von Fahrgästen ersparrt auf Linien wo viele Fahrgäste mit fahren wollen den Einsatz von mehreren Fahrzeugen, was wiederum Sprit und CO2-Ausstoß einspart.
Andere Maßnahemen:
Außerdem verfügen viele Busse über ein Rußpartikelfilter der den Feinstaubausstoß erheblich reduziert. Mechanisch herausgefiltert werden die Partikel gleich während der Fahrt verbrannt. So können diese teilweise um 99% reduziert werden.
Seit 2007 haben neue Fahrzeuge der Busunternehmen den Abgasstandart EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicles). Er kennzeichnet emissionsarme Dieselfahrzeuge basierend auf BlueTec-Euro-5-Motoren mit Dieselpartikelfilter. (Diese Abgasrichtlinie Euro-5 soll im Sep. 2009 pflicht werden)
Desweiteren werden "umweltfreundliche" Öle eingesetzt, die eine lange Lebenserwartung haben. Somit wird die Zeit von Ölwechsel zu Ölwechsel verlängert und weniger Altölabfälle reduziert.
Die neuen Busse werden umweltschonender produziert und es werden nur wasserlösliche Lacke verwendet. Der Kraftstoffverbrauch wird durch großräumige Motoren mit Automatikgetriebe (Kraftstoffoptimiert geschaltet) verringert. Alle Busfahrer müssen in Schulungsmaßnahmen das wirtschaftliche Fahren trainieren, was auch erheblich zur Reduzierung des Kraftstoffes beträgt.
Einige Unternehmen haben sogar Regenwasseraufbereitungsanlagen für die Buswaschanlage installiert. Das Regenwasser von den Dächern der Betriebsgebäude wird in großen Tanks gesammelt und für die Buswäsche und Toilettenspülung verwendet. Somit werden täglich Tausende Liter Frischwasser eingespart.
Außerdem werden die Busse an sogenannten Elektrantensäulen für den Start bereit gemacht. Die Säulen befinden sich bei den Busabstellplätzen und versorgen die Fahrzeuge mit Druckluft und Ladestrom, dadurch wird das fühere und sehr umweltschädliche "Vorlaufen" der Busse überflüssig.
Hinzu kommt als umweltschonende Maßnahme die Ampel-Beeinflussung, auch LSA-Beeinflussung genannt (LSA=Lichtsignalanlage). Dies wird auf vielen Strecken mit hoher Verkehrsbelastung angewand. Über 150 Ampelstadtorte werden von Bussen beeinflusst.
So funktioniert es:
So werden Ampelphasen jenachdem Verlängert oder Verkürzt und der Bus kommt so schneller durch den Verkehr was günstiger für die Umwelt und den Zeitplan des Busses ist. Es werden auch grundsätzlich Ampelschaltungen geändert, dadurch Verkehrsstaus gemindert und die Fahrzeit bestimmter Buslinien verkürzt. 2006 konnte durch eine Änderung auf der Stresemannstr. die Fahrzeit von der Buslinie 3 um 1Min. verkürzt werden. Diese Maßnahme erbrachte eine Einsparung von 9.500 Litern Diesel pro Jahr.
Wichtig ist auch die Anwendung des rechnergestützten Leitsystems (RBL), welches die Fahrzeugposition optimiert. Alle Busse können von der Leitstelle an ihrem aktullen Standort erkannt werden und so Leerfahrten reduziert werden. Außerdem werden Staus und Verkehrsbehinderungen schneller erkannt und es kann mit einer entsprechenden Umleitung o.ä. reagiert werden.
Somit wird im Busverkehr einiges zum Umweltschutz beigetragen, die Wirkung jedoch verbessert sich nur mit der Steigerung der Teilnehmerzahlen, die dann vom eigenen Auto auf den Bus umsteigen.
Die Eigenschaften des Busses haben sich in den letzten Jahren zugunsten der Umwelt verbessert und die neuen Busse sind um einiges schonender als Tausende Autos auf den Straßen. Jedoch sind auch noch veraltete Busse im Einsatz und der Verkehr ist noch nicht optimal das fließend an sein Ziel kommt, ohne irgendwo länger zu stehen. Außerdem kommt man nicht drum rum, dass ein Bus immer noch Kraftstoff verbraucht und durh die Verbrennung im Motor auch immer noch Schadstoffe und CO2 ausstößt (wenn auch in geringerer Menge).
Trotzdem ist es auch immer noch besser Bus zufahren als das jeder der im Bus sitzen kann ein eigenes Auto fährt. Aufs ganze gesehen spart ein Bus dazu noch den Ausstoß jedes Autos eines potenziellen Autofahreres. Außerdem spart ein Bus eine Menge an Platz im Straßenverkehrs ein, so ist weniger Lärm, weniger Stau und weniger Verschleiß vorhanden.
Der Busverkehr bietet den Hamburgern eine gute Mobilitätsmöglichkeit, auch zwischen den Bahnstationen und in den Gebieten die keine Schnellbahnanbindung haben. Die Ausweitung des Netzverkes sichert, dass man so gut wie überall in Hamburg und Umland auch ohne Auto hinkommt.