Partizipation - also Teilhabe bzw. Beteiligung - möglichst breiter Kreise der Bevölkerung sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine Gesellschaft langfristig bestehen kann. Nachhaltige Entwicklung als gesellschaftlicher Prozess kann demnach nur funktionieren, wenn ein Großteil der Menschen selbst diesen Prozess unterstützt - an ihm teilnimmt. Diese breite Zustimmung und das notwendige Engagement können nur dann entstehen, wenn die Menschen auch wahrnehmen, dass ihre Interessen und auch die Interessen ihrer Kinder oder Freunde vertreten werden. Eine notwendige Voraussetzung für die Partizipation breiter Kreise der Bevölkerung ist, dass Informationen (wie z.B. im Zusammenhang mit einem Verkehrsbauvorhaben) für jedermann offen und nachvollziehbar sind und dass behördliche Entscheidungsprozesse transparent verlaufen. Darüber hinaus muss für alle die Möglichkeit bestehen, bei der Entscheidungsfindung in ausreichendem Maße Gehör zu finden und mitzuwirken.
In Deutschland ist die demokratische Mitwirkung der Bürger (z.B. bei der Beteiligung an Planfeststellungsverfahren) durch eine Vielzahl von Regelungen grundsätzlich gewährleistet. Dennoch empfinden zahlreiche Menschen häufig Hilflosigkeit und Politikverdrossenheit. Indizien dafür sind z.B. die Wahlbeteiligungen und die geringe Zahl von politisch engagierten Bürgern.
Menschen werden sich dann besonders aktiv bei Bürgerinitiativen, in Parteien oder in der Kommunalpolitik engagieren, wenn sie das Gefühl haben, mitgestalten und mitbestimmen zu können. Ein Ziel der kommunalen Agenda 21 besteht auch darin, Kinder und Jugendliche auf allen für sie relevanten Ebenen und an allen für sie relevanten Entscheidungsprozessen zu beteiligen.