Luftschadstoffe

Luftschadstoffe werden durch Fahrzeuge oder Anlagen als sogenannte (Luftschadstoff-) Emissionen abgegeben. Die Emissionen eines Kfz auf einer bestimmten Strecke hängen vom Fahrzeug (z.B. Gewicht, Fahrzeugform, Antriebsart, Hubraum, Abgasreinigung und Motorregelung) sowie in sehr großem Umfang auch von der Fahrweise ab. Besonders hohe Beschleunigungen bei Sprintstartern und ein Bleifuß auf dem Gaspedal können die Emissionen pro km vervielfachen.
Moderne Technik, wie z.B. der Katalysator, helfen die Emissionen gering zu halten. Aber Vorsicht! Kurze Fahrten bis zu 5 km Länge erzeugen auch bei einem PKW mit Katalysator sehr hohe Emissionen, weil der Katalysator nicht heiß genug wird, um die Schadstoffe im Abgas wirkungsvoll reduzieren zu können.
Auch die Fahrzeuge des ÖV stoßen Schadstoffe aus. Von Bedeutung für die Umwelt und die gesundheitlichen Auswirkungen ist jedoch, wie viele und welche Schadstoffe pro beförderter Person entstehen, und da stehen die ÖV-Fahrzeuge meist viel besser da als der motorisierte Individualverkehr (MIV). Auch Straßenbahnen und Elektroautos verursachen Emissionen. Diese fallen zwar nicht an Ort und Stelle an, entstehen aber bei der Erzeugung ihres Treibstoffs, nämlich Strom. Diese Schadstoffe müssen ihnen entsprechend ihres Energieverbrauches zugerechnet werden. Für einen Vergleich unterschiedlicher Verkehrsmittel ist es deshalb sinnvoll, das jeweilige Verkehrsmittel, seinen Kraftstoff, seinen Lebensweg und die Anlagen, die zu seinem Betreiben benötigt werden, als eine Einheit zu betrachten. So können die vorher versteckten Verlagerungen auf andere Schadstoffe, Zeiten oder Orte sichtbar gemacht werden.
Vier Abgaskomponenten sind derzeit gesetzlich limitiert und werden bei der Abgasuntersuchung von Kraftfahrzeugen geprüft: Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Partikel(masse). In letzter Zeit haben Wissenschaftler jedoch herausgefunden, dass im Verkehrsbereich auch von anderen Luftschadstoffkomponenten wie Partikel(anzahl), Benzol, PAK und Stickstoffdioxid, die aber noch gar nicht direkt geprüft werden, erhebliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Die Wirkung neuer Schadstoffe zeigt sich oft erst nach sehr langer Zeit. Ihre Gefährlichkeit wurde dadurch z.T. erst sehr spät erkannt und kann zumeist bis heute nicht genau abgeschätzt werden. Benzol ist ein Beispiel für einen relativ neuen Schadstoff aus dem Verkehrsbereich. Es wurde als Ersatzstoff für das giftige Schwermetall Blei im Benzin eingeführt. Es dient vor allem der Erhöhung der Oktanzahl des Kraftstoffs. Seitdem in Deutschland das giftige Blei zum Schutz der Menschen fast vollständig aus dem Kraftstoff verbannt wurde, findet verstärkt das krebserregende Benzol seinen Weg zu uns. Heute wird Benzol als extrem gefährlich eingeschätzt. Wodurch es demnächst ersetzt werden wird und was man in vielleicht 20 Jahren über seinen Ersatzstoff herausfinden wird, bleibt abzuwarten. Auch Stoffe bzw. Stoffverbindungen, die wir heute als harmlos einstufen, können sich später als Schadstoffe erweisen. Wir kennen heute nur die Wirkungen von einem sehr kleinen Teil der bekannten Stoffe und Stoffverbindungen. Fast nichts wissen wir darüber, wie diese Stoffe wirken, wenn sie gemeinsam auftreten (Kombinationswirkungen).
Der beste - wenn auch zunächst nicht der einfachste Weg - die Auswirkungen des Verkehrs auf Dauer zu verringern ist, mit ihm sowohl im Großen als auch im Kleinen bewusst umzugehen. Weniger Verkehr bedeutet immer auch weniger Schadstoffe und damit weniger Risiko für unsere Gesundheit. Ergänzend dazu ist es bestimmt sinnvoll, effiziente technische Lösungen zur Reduktion der Schadstoffe zu entwickeln. Diese allein werden die bestehenden und die noch vor uns liegenden Probleme jedoch nicht lösen, sondern mit großer Sicherheit nur verlagern können.

verbundene Wirkfaktoren: