Unter Versiegelung wird der Abschluss des Bodens von der Atmosphäre durch Bedeckung mit gering oder nicht durchlässigen Schichten verstanden (z.B. Asphaltdecke, Pflaster).
Der ursprünglich vorhandene humose Oberboden wird entfernt und damit der Lebensbereich für Pflanzen und Tiere zerstört. Mikroorganismen können unter der versiegelten Fläche kaum noch existieren, wodurch das Bodengefüge zerstört wird. In Folge der Versiegelung verliert der Boden seine ursprüngliche Wirkung als Speicher und Puffer. Da der herabfallende Regen von der versiegelten Fläche nicht mehr aufgenommen werden kann, kommt es zur Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes: Der Oberflächenabfluss erhöht sich und die Grundwasserbildung wird behindert. Regenwasser fließt nun sehr schnell ab und kann kaum noch verdunsten. Das lokale Mikroklima(Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Staubbelastung, Wind) wird empfindlich gestört. Darüber hinaus nimmt das abfließende Wasser Schadstoffe aus dem Belag auf und schleust sie in Grundwasser und Oberflächengewässer ein.
Jede Sekunde werden irgendwo im Bundesgebiet 15 m², also die Fläche eines durchschnittlichen Wohnraums bebaut; davon werden ca. 7 m² versiegelt. Die gesamte versiegelte Fläche in Deutschland macht ca. 6% des Bundesgebietes aus, Tendenz steigend. Der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsflächen
schwächte sich in Deutschland in den vergangenen Jahren jedoch leicht ab. Gleichzeitig kann trotz wachsender Versiegelung eine Abnahme des Versiegelungsgrades der neu in Anspruch genommenen Flächen beobachtet werden.